Posts mit dem iPhone in China: Huawei-Mitarbeiter abgemahnt

Dumm gelaufen: Der chinesische Handy-Hersteller Huawei hat zwei Angestellte bestraft, weil die Neujahrsgrüße mit einem iPhone von Apple verschickt haben.

Posts mit dem iPhone in China: Huawei-Mitarbeiter abgemahnt

Die beiden Konzerne sind Dauerkonkurrenten."Der Verräter hat sich selbst entlarvt." Der Tweet auf dem chinesischen Nachrichtendienst Weibo zeigt, dass die Sache heiß gehandelt wird. Zwei Beschäftigte von Huawei haben Smartphones des Konkurrenten Apple benutzt, um Grüße zu Neujahr in die Welt zu schicken. Ein "Verrat" - das fand offenbar auch das Unternehmen aus Shenzhen selbst: "Der Zwischenfall hat der Marke Huawei geschadet", schrieb Huawei-Vizepräsident Chen Lifang in einer Hausmitteilung, aus der die Nachrichtenagentur Reuters zitiert.

Das Monatsgehalt der beiden Angestellten sei um umgerechnet 640 Euro gekürzt, und sie wurden degradiert, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Einer der beiden Beschäftigten ist der Marketing-Direktor der Firma. Die Tweets der beiden, die über den offiziellen Twitter-Account von Huawei liefen, wurden schnell entfernt. Srceenshoots mit der Nachricht waren aber weiter unterwegs. Unter dem Tweet war die übliche Zeile zu finden: "via Twitter for iPhone".

"via Twitter for iPhone"

Twitter und andere Anbieter wie Facebook unterliegen in China strenger Zensur und sind nicht einfach zu erreichen. Das iPhone kam offenbar zum Einsatz, als über einen dritten Provider der Zugang zu dem Nachrichtendienst gesucht wurde.

Huawei und Apple liefern sich seit Jahren einen heftigen Konkurrenzkampf. Im letzten Jahr überholte Huawei die Amerikaner als der weltweit zweitgrößte Anbieter von Smartphones. Die Nummer eins ist Samsung. In China zog Huawei schon 2015 mit Apple gleich und überholte den iPhone-Hersteller im Jahr darauf.

Die Beziehungen zwischen Huawei und den Amerikanern wurden nicht besser, als im vergangenen Dezember die Finanzchefin von Huawei, Meng Wanzhou, auf der Durchreise in Kanada festgenommen wurde. Die Festnahme geschah auf Betreiben von US-Ermittlern, die Huawei Verstöße gegen die Iran-Sanktionen der USA vorwerfen.

"Nationale Sicherheit als Vorwand"

US-Präsident Donald Trump prüft Insidern zufolge ein noch schärferes Vorgehen gegen die chinesische Telekom- und Netzwerkfirma Huawei. Es gehe darum, den Ausnahmezustand mit Verweis auf Gefahren durch ausländische Kräfte zu erklären, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Agentur Reuters. Das könnte auch ZTE aus China treffen. Eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums erklärte, einige Staaten nutzten die nationale Sicherheit als Vorwand, um den normalen Technologieaustausch zu behindern.

Weltweit führte Ende letzten Jahres laut der Marktforschungsfirma Gartner das südkoreanische Unternehmen Samsung die Hitliste der größten Handyhersteller mit einem Anteil von 18,9 Prozent an. Huawei auf Platz zwei hat einen Anteil von 13,4 Prozent und Apple 11,8 Prozent. Getrieben werde der Markt laut Gartner-Analyst Anshul Gupta maßgeblich durch die Nachfrage nach Top-Marken aus China wie etwa Huawei.

ar/hb (rtr)