Salas letzte WhatsApp: "Ich habe solche Angst"

Vom argentinischen Fußballspieler Emiliano Sala fehlt nach wie vor jede Spur.

Salas letzte WhatsApp: "Ich habe solche Angst"

Der 28-Jährige war mit einem Kleinflugzeug auf dem Weg zu seinem neuen britischen Verein - und hat das Unheil wohl schon geahnt."Ich bin hier oben im Flugzeug, das anscheinend gleich in seine Einzelteile zerfällt, und bin auf dem Weg nach Cardiff", sagte Emiliano Sala in seiner letzten Sprachnachricht auf WhatsApp. "Wenn ihr in eineinhalb Stunden keine Neuigkeiten von mir hört: Ich weiß gar nicht, ob die überhaupt jemanden schicken, um nach mir zu suchen, weil sie mich sowieso nicht finden werden. Dann wisst ihr schon Bescheid. Papa, ich habe solche Angst."

Tatsächlich deutete schon bald darauf vieles auf ein Unglück über dem Ärmelkanal hin. Das einmotorige Kleinflugzeug vom Typ Piper PA-46 Malibu mit dem jungen Argentinier an Bord verschwand auf dem Weg vom westfranzösischen Nantes ins walisische Cardiff über dem Ärmelkanal vom Radar.

Sala hatte erst am Samstag einen Vertrag zum Wechsel vom französischen Club FC Nantes zum Premier-League-Verein Cardiff unterzeichnet. Die Ablösesumme soll 17 Millionen Euro betragen haben. Am Montag hatte der Stürmer im Trainingszentrum von Nantes seine Sachen abgeholt, bevor er sich auf den Weg nach Großbritannien machte. Die Propellermaschine wurde zuletzt nahe der britischen Kanalinsel Guernsey geortet.

Sprachnachricht ist echt

Der Vater des Spielers, Horacio Sala, bestätigte der renommierten argentinischen Zeitung "Clarín" die Authentizität der rund einminütigen Aufnahme, die Sala an befreundete Fußballspieler schickte. Im Hintergrund sind Motorengeräusche zu hören. Trotz seiner offenkundigen Sorge wirkt der Fußballer allerdings nicht panisch, sondern eher müde. Sala gähnt sogar mehrmals. Er hatte wohl einen langen Tag in Nantes hinter sich: "Ich bin total kaputt. Ich war in Nantes und habe Sachen erledigt - es wollte einfach nicht aufhören. Morgen geht es los, ich werde mit der neuen Mannschaft trainieren. Mal sehen, wie es läuft."

Stattdessen suchten Rettungskräfte bald darauf mit zwei Booten und fünf Flugzeugen die Meeresoberfläche nach Trümmern ab. "Es gibt keine Spur von dem Flugzeug", teilte die Polizei Guernsey am Dienstagmittag mit, nachdem rund 2500 Quadratkilometer im Ärmelkanal durchkämmt waren. Nach ihren Angaben war neben Sala noch der Pilot an Bord. Der Sender France Info berichtete dagegen von zwei Passagieren, zusätzlich zum Piloten.

Die Polizei schätzt die Überlebenschancen nur noch als gering ein. Am Abend wurde die Suche wegen Dunkelheit unterbrochen, an diesem Mittwochmorgen wird sie fortgesetzt.

rb/ust (afp, dpa, sid)